Posted by Nelli
Sat, 22 Aug 2009 22:29:00 GMT
Nach langer Zeit, in der ich wenig geschrieben, aber sehr viel gelesen habe, möchte ich euch ein ganz besonderes Buch ans Herz legen, genau genommen ganze zehn Bücher. Es handelt sich dabei um die Sandman-Serie von Neil Gaiman. Ich linke in diesem Fall absichtlich auf die Übersichtsseite, weil man die einzelnen Bücher am besten als Gesamtheit betrachtet.
Ich neige sowieso dazu, alles von Gaiman zu vergöttern (Zu Recht!!! Jawohl!), aber bei diesen Büchern mache ich das noch mehr als sonst. Zum einen sind das nicht einfach Romane, sondern Graphic Novels - zu Gaimans großartiger Sprache und Sinn für Geschichten kommen die Zeichnungen verschiedener (verdammt... deutsches Wort, deutsches Wort, na gut...) Artists.
Aber der Reihe nach: Jedes Buch enthält eine oder auch mehrere Geschichten, der Protagonist, der sich durch alle Bände zieht, ist Dream, oder Morpheus, der Herr des Traumreiches und die Inkarnation des Prinzips der Träume. Es gibt eine Hauptgeschichte, aber viele der Stories sind auch um sie herum aufgebaut. Gaiman selbst fasst die Handlung wie folgt zusammen: "The Lord of Dreams learns that one must change or die, and makes his decision."
Dazwischen gilt es, Probleme im Reich der Träume zu lösen, Familienprobleme mit Morpheus' Geschwistern Destiny, Death, Destruction, Desire, Despair und Delirium auszudiskutieren und diverse Todesfälle lassen ebenfalls nicht lange auf sich warten.
Eine Besonderheit, die in Gaimans Werken immer wieder vorkommt, ist, dass verschiedene Personen aus der Geschichte, der Mythologie, aber auch aus der Popkultur auftauchen. Klingt auf den ersten Blick unpassend, ist es aber nicht: Bei "Sandman" finden Shakespeare und die Muse Calliope mühelos neben dem Martian Manhunter Platz.
Die Geschichten selbst sind sehr tiefgründig und haben nichts mit dem zu tun, was man in Deutschland gemeinhin unter Comics versteht - es sind eben Graphic Novels. Liebe, Gewalt, Wahnsinn, Verzweiflung und Freude liegen darin nah bei einander und werden auch in den Zeichnungen nicht ausgeblendet. Es macht Sinn, die Serie auf Englisch zu lesen, man merkt, wie unglaublich gut Gaiman mit Genre der Graphic Novel umgehen kann. Ich habe "Sandman" auch auf Englisch gelesen und kann mir nicht vorstellen, dass irgendeine Übersetzung gleichwertig sein kann.
So, ich hoffe, ich habe jemanden mit einem meiner absoluten Lieblingsbücher angefixt.
Gute Nacht... und schöne Träume.
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Posted by Nelli
Mon, 04 Feb 2008 20:57:48 GMT
Ich bin durch! Genau einen Monat habe ich gebraucht, um "Das Lied von Eis und Feuer" durchzulesen. Jetzt bin ich mit den acht Bänden (auf Englisch sind es vier) durch und bin immer noch restlos begeistert.
Es ist schwer, den Inhalt kurz zu beschreiben. Es beginnt damit, dass Eddard Stark, Lord von Winterfell, an den Hof des Königs gerufen wird, um seine neue Hand (eine Art höchster Berater) zu werden. Der weitere Verlauf der Geschichte wird aus mehreren Perspektiven beschrieben, darunter Eddard, seiner Frau Catelyn, seinen beiden Töchtern Sansa und Arya und seinem unehelichen Sohn Jon. Später werden auch andere Personen zu Erzählern, andere verschwinden aus dem Fokus.
Obwohl es sich um Fantasy handelt, liest es sich ganz anders als die üblichen Vertreter dieses Genres. Keine Elfen, keine Zwerge, keine kreischenden Jungfrauen, die von heldenhaften Rittern gerettet werden. Dafür Intrigen, Machtkämpfe um den Thron und jede Menge Tote.
Zu den Kämpfen um Macht und Ansehen kommt eine Gefahr aus dem Norden des Landes hinzu. Hinter der Mauer, die diesen Teil des Reiches seit Tausenden von Jahren schützt, scheint sich etwas zusammenzubrauen. Und die Mauerwache ist auch nicht mehr das, was sie mal war...
Dadurch, dass die Geschichte aus unterschiedlichen Blickwinkeln erzählt wird, gibt es nicht die übliche Einteilung in Gut und Böse, alle haben ihre Motive, ihre Stärken und Schwächen, die der Leser im Laufe der Zeit kennenlernt. Meine Lieblingsfiguren sind ja Tyrion und später, als er zum Erzähler wird, auch Jaime, aber es ist für jeden was dabei.
Bei den Kritiken auf Amazon wurden immer wieder die angeblich so ausschweifenden Sex- und Gewaltszenen bemängelt. Klar, es gibt welche, aber ich fand keine von ihnen unpassend. Und wenn es um den Thron geht, fließt halt Blut und Verbündete gewinnt man manchmal am besten durch... tjaja... ;-)
"Das Lied von Eis und Feuer" liest sich auf jeden Fall unglaublich spannend. Ich konnte zwischendurch nicht aufhören, die schrecklichste Zeit, als ich es gelesen habe, war, als ich Band vier nicht sofort in der Buchhandlung kriegen konnte und zwei Tage warten musste... :-)
Übrigens, hier gibt es ziemlich schicke Bilder und Comics (sehr lustig, wenn man die betreffende Szene kennt) zu der Saga. Der Link ist zwar auch in der Wikipedia zu finden, aber ich war zu begeistert, um nicht auch darauf hinzuweisen :-)
Das Fiese ist jetzt, dass es auf Englisch noch drei (auf Deutsch dementsprechend noch sechs) Bücher geben soll, die aber auf sich warten lassen. Wie soll ich das nur schaffen???
Posted in Fantasy | Tags Das Erbe von Winterfell, Das Lied von Eis und Feuer, Der Thron der sieben Königreiche, Die dunkle Königin, Die Herren von Winterfell, Die Königin der Drachen, Die Saat des goldenen Löwen, George R. R. Martin, Kritik, Sturm der Schwerter, Zeit der Krähen | no comments
Posted by Nelli
Thu, 10 Jan 2008 23:21:19 GMT
George R. R. Martin hat mich gefangen genommen. Wie ich schon geschrieben habe, habe ich mit der Saga "Das Lied von Eis und Feuer" angefangen. Und seit den ersten Seiten des Bandes "Die Herren von Winterfell" komme ich davon nicht mehr los.
Es folgten "Das Erbe von Winterfell" und "Der Thron der sieben Königreiche". Lese mich jetzt gerade durch den vierten Band, "Die Saat des goldenen Löwen" und bin trotz der unglaublich hässlichen Cover, die von Band zu Band schlimmer werden, begeistert.
Okay, es ist mir etwas peinlich, das Buch in der U-Bahn zu lesen, weil vom Einband in grellen Farben ein blond-dauergewellter Conan-Verschnitt runterleuchtet, aber ich mache es trotzdem. Ist es nicht Beweis genug, wie gut das Buch ist??? :-)
Eine detailliertere Kritik der Saga folgt, wenn ich die restlichen bis jetzt erschienenen vier Bände gelesen habe, die da wären:
"Sturm der Schwerter"
"Die Königin der Drachen"
"Zeit der Krähen"
und
"Die dunkle Königin".
Die Cover verdienen in ihrer Grässlichkeit eigentlich ein eigenes Review.
Übrigens, insgesamt sollen es auf Deutsch 14 Bände werden (ein englischer Band wird immer in zwei deutsche aufgeteilt).
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Posted by Nelli
Tue, 27 Nov 2007 11:35:48 GMT
Heute schreibe ich mal über eins meiner Lieblingsbücher: Die "Das Alte Königreich"-Trilogie von Garth Nix. Die drei Bände heißen "Sabriel", "Lirael" und "Abhorsen".
Im Alten Königreich herrscht die Freie Magie. Tote erheben sich durch das Wirken von Nekromanten wieder zum Leben, gefährliche Kreaturen bedrohen die Menschen und das alte Königsgeschlecht ist seit 200 Jahren ausgestorben. Auf der anderen Seite der Mauer grenzt das Alte Königreich an Ancelstierre, einen Industriestaat, der an England Anfang des 20. Jahrhunderts erinnert. Die einzigen Menschen, die dort etwas von Magie ahnen, sind die Grenzsoldaten, die aus Erfahrung lieber auf Schwert und Kettenhemd als auf Maschinengewehre vertrauen.
Sabriel ist die Tochter von Abhorsen, einem Magier im Alten Königreich, der dafür sorgt, dass die von Nekromanten beschworenen Toten wieder aus dem Reich der Lebenden verschwinden. Obwohl sie in Ancelstierre aufwächst, wird sie von ihrem Vater in den Gebrauch der Magie eingeführt. Als er verschwindet, überquert sie die Grenze zum Alten Königreich und macht sich auf die Suche nach ihm...
Das Besondere an diesem Buch ist zum einen, dass es ganz ohne die für Fantasy typischen Orks, Elfen und schier allmächtigen Magier auskommt. Magie besteht hier größtenteils aus Nekromantie (und eben deren Verhinderung) und später aus Vorhersagen über die Zukunft. Die einzelnen Personen haben immer nur sehr begrenzte Fähigkeiten und deswegen WIRKLICH Schwierigkeiten, ihre Aufgaben zu bewältigen. Dadurch erscheinen sie deutlich menschlicher und glaubwürdiger, als die meisten Personen in anderen Fantasy-Romanen.
Das Setting ist einfach großartig - die Verbindung zwischen Industriestaat und einem Land voller Magie schafft eine sehr interessante Atmosphäre.
Und natürlich die Figuren. Ich sage nur: Mogget :-) Wer das Buch liest, wird mich verstehen :-)
"Sabriel" ist zwar ein abgeschlossener Roman, aber die Fortsetzungen "Lirael" und "Abhorsen" führen die Geschichte weiter und runden sie ab, so dass ich unbedingt raten würde, alle drei zu lesen.
Die Trilogie ist jedem zu empfehlen, der Fantasy mal außerhalb der klassischen (um nicht zu sagen klischeehaften) Rahmen lesen möchte.
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Posted by Nelli
Sun, 18 Nov 2007 12:59:29 GMT
Und jetzt kommt, nachdem es schon im letzten "Buch zum Sonntag" aufgetaucht ist, eine Rezension zu "Schöne Scheine" von Terry Pratchett.
Feucht von Lipwig, bekannt aus "Ab die Post" hat ein Problem. Nachdem er Postminister geworden ist, läuft einfach alles super. Und er langweilt sich fast zu Tode, eine Redewendung, die wörtlich gemeint ist, denn Lipwig stürzt sich in waghalsige nächtliche Kletteraktionen und tritt sogar der Geheimgesellschaft der Extremnieser bei. Doch dann werden Lipwig Anteile an der Kreditbank von Ankh-Morpork vererbt, in deren Kellern längst keine einzige Goldmünze mehr zu finden ist. Lipwig gerät in einen Machtkampf zwischen den übergangegen Erben und hat nebenbei diverse andere Probleme zu lösen: Was tun, wenn der Bankdirektor ein Hund ist? Ist der Hauptkassierer wirklich ein Vampir? Und muss eine Währung wirklich auf Gold basieren?
Ein sehr lustiges Buch über die Finanzwelt von Ankh-Morpork, auch wenn die Stadt aus meiner Sicht langsam etwas zu geordnet wirkt. Andererseits hat Pratchett viele witzige neue Ideen (wie zum Beispiel Cosmos Bemühungen, zu Lord Vetinari zu werden und natürlich der Blupper), die das Buch tragen. Der Humor wird im Gegensatz zu den früheren Büchern hintergründiger, aber das sieht man eigentlich an vielen in letzter Zeit erschienenen Scheibnwelt-Romanen.
Kann ich auf jeden Fall empfehlen, aber lieber nicht als Einstieg in die Scheibenwelt, weil ziemlich oft auf frühere Ereignisse oder Personen angespielt wird, was auch einen großen Teil des Reizes ausmacht.
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