Posted by Nelli
Wed, 01 Apr 2009 07:13:00 GMT
Es hat schon Vorteile, PR für das Bundesfamilienministerium zu machen. Manchmal kommt es nämlich vor, dass man auch als studentische Hilfskraft in bestimmte Verteiler gerät und interessante E-Mails bekommt. Wie z.B. eine mit folgendem Anhang:

Anscheinend hat Frau von der Leyen vor, nach Videospielen auch Bücher unter Jugendschutz zu stellen. Man stelle sich nur vor, was "Grimms Märchen" in den falschen Händen anrichten könnten... Deswegen soll nun für bestimmte Bücher die Altersfreigabe ab 18 kommen. Ich glaube, die Welt wird verrückt... und ich gleich mit.
Update: Für alle, die sich das noch nicht selbst gedacht haben: April, April!
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Posted by Nelli
Sun, 15 Mar 2009 18:03:00 GMT
Endlich ist der Kater überstanden... Aber gestern auf der SPUTNIK Litpop in Leipzig gab es auch einiges zu trinken... Und zu hören. Und zu sehen...
Die Location - das Neue Rathaus in Leipzig - ist wirklich wunderschön und auch abseits von besonderen Veranstaltungen sehenswert. Und wenn ein schönes Gebäude auch noch mit Literatur kombiniert wird - wer könnte da widerstehen? :-)
Als Gäste waren unter anderem Sarah Kuttner und Benjamin Lebert auf der Litpop, aber auch noch nicht so bekannte Autoren, wie z.B. Juleska Vonhagen, über deren Buch "Herzmist" ich letztens schon geschrieben habe.
Insgesamt war es ein sehr netter Abend. Einige Lesungen waren wirklich gut, andere eher unfreiwillig lustig. Tief beeindruckt hat mich ein sehr tiefes und betont weibliches Dekolleté, dessen Besitzer ich hier nicht namentlich erwähnen möchte. Merke: Wenn man auf einer leicht erhöhten Bühne im Sitzen vorliest, sollte man sich nicht auch noch nach vorne beugen. Es sei denn, Nipplegate gehört zum Programm. Außerdem sehr interessant war ein stark lispelnder Autor, dessen Aussprache die Bedeutung seiner Worte in den Hintergrund drängte. An seinen Namen erinnere ich mich, Schande über mein Haupt, nicht.
Die restlichen Lesungen waren aber wirklich unterhaltsam und insgesamt gut präsentiert.
Ernüchternd fand ich allerdings die Turboprop-Show, ein bisschen Talk und ein paar Spielchen mit Prominenten auf der Bühne. Kam irgendwie ziemlich lahm rüber und nach dem Trailer auf der Homepage hätte ich etwas Dynamischeres erwartet. Nun ja, vielleicht stand ich einfach zu weit hinten... :-)
Apropos stehen: Ein paar Sitzgelegenheiten mehr hätten nicht geschadet. Vor allem, wenn man den ganzen Abend auf 10-Zentimeter-Absätzen unterwegs ist. Na gut, selber Schuld. Die vielen Getränke milderten den Schmerz :-)
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Posted by Nelli
Thu, 05 Mar 2009 17:11:26 GMT
Mensch, habe ich schon lange nichts geschrieben! Schon fast ein Jahr! Ich hatte so viel zu tun, dass ich den Blog fast schon vergessen habe. Aber jetzt habe ich ausnahmsweise mal ein bisschen Zeit und kann schreiben, wie es eigentlich zu all dieser unerwarteten Freizeit kam.
Vergangenen Montag habe ich ein Praktikum bei einer Boulevardzeitung angefangen (und auch beendet). Dieses Praktikum sollte vier Wochen gehen, dauerte dann aber doch nur fünf Stunden.
Eigentlich hätte ich beim Vorstellungsgespräch schon was ahnen können. Wenn beim Gespräch mit dem Ressortleiter klar wird, dass er den Lebenslauf nicht einmal überflogen hat und die einzige Frage nach den Qualifikationen lautet: "Sie sind aber schon 18, oder?", dann kann irgendwas einfach nicht stimmen. Aber ja mei, ich bin jung, optimistisch und brauche das Geld... ach ne, nix Geld, das Praktikum war natürlich unbezahlt. Ausnahmsweise habe ich mich darauf eingelassen, weil es sich um eine recht bekannte Zeitung handelte und ich dachte, das würde sich gut im Lebenslauf machen.
Der erste (und letzte) Tag verlief folgendermaßen:
Als ich in der Redaktion ankam, wurde mir gesagt, in einer Viertelstunde würde das tägliche Meeting innerhalb des Ressorts stattfinden. Bis dahin solle ich die drei Zeitungen des Verlags vom Vortag gelesen haben und mir mindestens drei Themen überlegen, die ich vorschlagen könnte. Ich bekam einen Arbeitsplatz zugewiesen mit den Worten: "Der Mitarbeiter ist heute nicht da, wenn er doch kommt, musst du dir eben einen anderen Computer suchen." Das Passwort für den Computer bekam ich dann von einer ehemaligen Praktikantin, jetzt freie Mitarbeiterin.
Bei dem Ressortmeeting hatte ich natürlich noch keine Themenvorschläge, das war auch nicht weiter schlimm, weil ich sowieso nicht weiter beachtet wurde. Nach dem Meeting versuchte ich, mich zunächst an einen Reporter dranzuhängen, der einige Interviews machen wollte. Er meinte jedoch, er nehme keine Praktikanten mit. Später versuchte ich es bei einer weiteren Reporterin, gleiche Antwort.
Da saß ich nun. Zum Glück lernte ich eine andere Praktikantin mit den gleichen Schwierigkeiten kennen, so dass ich wenigstens nicht alleine rumsitzen musste. Zu zweit überlegten wir uns einige Themen, die wir zur Bearbeitung vorschlagen wollten. Diese wurden alle abgelehnt. Die ganze Zeit wurden wir von niemandem angesprochen, falls wir jemanden selbst ansprachen, hatte er keine Zeit.
Ziemlich frustriert gingen wir Mittag essen, wobei es auch keinen interessierte, wann wir zurück sein würden.
Wieder zurück, fanden wir endlich jemanden, der sich bereit erklärte, uns ein bisschen einzuweisen: Der Volontär. Er gab uns die Passwörter und zeigte uns, wie das Bearbeitungsprogramm funktionierte, mit dem die Zeitung gestaltet wird und zeigte uns die Datenbank mit bereits erschienenen Artikeln. Ferner erklärte er uns, das wäre alles ganz normal. Praktikanten würden in der Redaktion grundsätzlich nicht beachtet werden. Es wären auch einfach zu viele und die Fluktuationsrate wäre sehr hoch. Uns würde niemand etwas erklären oder beibringen. Wir müssten uns selbst um Themen kümmern, sie ganz selbstständig bearbeiten. Allerdings würden wir auch keinen Presseausweis bekommen, was das Ganze vielleicht etwas erschweren könnte. Wir sollten es uns auch nicht zu Herzen nehmen, wenn man auf uns und unsere Themenvorschläge bei den täglichen Meetings "herabsehen" würde. Manchmal würde man Praktikanten aber auch Themenvorschläge klauen, d.h. sie erstmal ablehnen und dann selbst was zu dem Thema schreiben. Aber, sagte er, dafür könne man hier in dieser Redaktion auch als Praktikant sehr selbstständig arbeiten. Aha...
Dieses Gespräch nahm mir die Entscheidung quasi ab: Ich kündigte nach genau fünf Stunden Praktikum. Als Antwort hörte ich nur, das sei okay, aber ich sollte lieber meine Einstellung überdenken. Was für eine Einstellung, frage ich mich? Dass ich was zu tun haben möchte? Und dass ich von einem Praktikum erwarte, dass ich etwas lernen kann? Hmmm... Jedenfalls war das Ganze vorbei, kaum dass es angefangen hat.
Heute kam noch ein kurzer Nachtrag von der anderen Praktikantin: Sie habe jetzt zwar einen Bericht machen dürfen, habe aber von einem anderen Praktikanten gehört, das werde ein Ende haben, wenn der Ressortleiter wieder aus dem Urlaub zurück ist. Für ihn würden Praktikanten nämlich noch unter der Putzfrau stehen. Tja, die wird ja auch für ihren Job bezahlt.
Also, falls ihr eine "Hospitanz" im vergleichbaren Medienbereich antreten wollt, seid auf der Hut und lest euren Vertrag genau durch (bzw. achtet darauf, dass ihr überhaupt einen richtigen Vertrag bekommt).
Hach ja, mal sehen, ob ich zu den Themen, die ich vorgeschlagen hatte, demnächst was in der nämlichen Zeitung lesen kann.
Update:
Heute hat die Praktikantin gekündigt, die ich am Anfang in der Redaktion kennen gelernt hatte. In den 2,5 Wochen hat sie genau einen Artikel schreiben dürfen, ansonsten wurde sie in der Redaktion nicht beachtet. Alle ihre Vorschläge wurden abgelehnt. Gelernt hat sie, ihrer eigenen Aussage nach, genau nichts. Jetzt hat sie zum Glück woanders einen Praktikumsplatz bekommen.
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