Die Welt des Thrillers in drei Bänden

Posted by Nelli Wed, 20 Jan 2010 11:20:00 GMT

Es gibt Bücher, die finden alle toll. Und dann liest man eins und denkt sich: "Hm, na ja, nicht ganz so mein Ding, aber ich verstehe, warum es so gehypt wird". Es gibt aber auch Bücher, die finden alle toll, und wenn man so eins liest, steht man vor einem Rätsel.

So geht's mir bei "Verblendung", "Verdammnis" und "Vergebung" von Stieg Larsson.

Wenn man die Rezensionen auf Amazon liest, denkt man, man hätte den Thriller des Jahrhunderts vor sich. Mehrere Bekannte von mir waren auch restlos begeistert, was darin mündete, dass ich die drei Bücher zu Weihnachten geschenkt bekam. Es hört sich ja auch alles ganz nett an: Ein engagierter Journalist von einwandfreier Arbeitsmoral (und ein Womanizer noch dazu); eine verschlossene und etwas asoziale Computerhackerin, gepierct und tätowiert, keine Schönheit, aber dennoch irgendwie anziehend für alle möglichen Leute (Mann wie Frau); ein Konzernpatriarch, hart, aber in den Tiefen seines Herzens ehrlich und gerecht; ein böser, korrupter Konzernchef; ein Serienkiller, der Frauen im Zusammenhang mit Bibelzitaten ermordet... Kommt einem was bekannt vor?

Jepp, genau das ist das Problem: Irgendwie hat man das alles irgendwo schon mal gelesen. Vielleicht nicht alles in einem Buch und vielleicht nicht immer in der gleichen Konstellation, aber dennoch. Es war restlos alles, Story sowie Figuren, irgendwie schon mal da. In Buch, Serie oder Film. Hat da Herr Larsson auf TV Tropes gespickt?

Die Begeisterungsstürme kann ich mir nur so erklären, dass die Leute eigentlich noch nie einen Thriller in der Hand hatten oder dass für sie all die bekannten Teile neu erscheinen, weil sie jetzt ja in Schweden aneinandergereiht werden und nicht in den USA.

Klar könnte man einwenden, es gibt halt nur eine begrenzte Anzahl von Plotkonstellationen. Ja, sicher, aber man könnte ja schon ein wenig an den Details basteln. Wenigstens ein bisschen was Neues, Originelles dazupacken. Auch wenn es nur die Haarfarbe der Hackerin wäre.

In einem gewissen Sinne IST es tatsächlich der Thriller des Jahrhunderts, oder vielmehr: DIE Thriller, sauber zusammengeschnitten.

Wer sich also in der Welt des Thrillers nicht so gut auskennt und sich auf einen Schlag ein solides Grundwissen verschaffen möchte, dem sei die Trilogie herzlich empfohlen. Für die anderen: Ihr kennt das alles schon. Also lasst es. Aber wenn ihr wiederum eine Zusammenfassung der Thriller der letzten, sagen wir mal 30 Jahre, in drei Bänden haben wollt: Nur zu.

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"Rebecca" lässt grüßen

Posted by Nelli Sat, 29 Dec 2007 14:54:58 GMT

Die 49-jährige Immobilienmaklerin Laura lebt und arbeitet in Barcelona. Nur ein Handicap behindert ihre sonst erfolgreiche Karriere und macht ihr auch persönlich zu schaffen: Sie spricht kein Englisch. Fest entschlossen, die Sprache zu lernen, bucht sie im Internet einen Kurs bei Annie Grose. Der Intensivkurs soll in einem Landhaus in England stattfinden und einen Monat dauern. Ohne Referenzen über die Lehrerin einzuholen oder sie jemals persönlich getroffen zu haben macht sich Laura auf den Weg...

"Der englische Sommer" von Carme Riera beginnt ganz harmlos mit dem Wunsch einer Frau, endlich eine Bildungslücke loszuwerden, die sie ihr ganzes Leben lang gequält hat. Nach und nach jedoch bricht der Wahnsinn in die Realität. Das Buch erinnert an "Rebecca" von Daphne DuMaurier oder auch an Stephen Kings "Sie". Die Geschichte ist sehr spannend erzählt und man kann sich gut in Laura hineinversetzen, die das Geschehen aus der Retroperspektive erzählt.

Ein sehr spannender Thriller, allerdings hätten 30 Seiten mehr dem Buch nicht geschadet. Gegen Ende wirkt die Geschichte doch etwas kurz zusammengefasst.

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