3. Advent - besinnlicher gehts fast gar nicht mehr

Posted by Nelli Tue, 25 Dec 2007 17:30:56 GMT

Krimi Nr. 16 aus dem "Literatur-Adventskalender: 24 Geschichten für Krimi-Fans"

DEGENESIS-Regelwerk

Spiegel Nr. 51 / 17.12.07

Immer noch "Die Hüter der Rose" von Rebecca Gablé

Posted in  | Tags , , , , , , , , ,  | no comments

LARPer würfeln nicht!

Posted by Nelli Thu, 08 Nov 2007 18:55:38 GMT

"Ein mörderisches Spiel, ein rätselhafter Selbstmord und ein quälendes Geheimnis", sagt der Klappentext.

"LARP-Spiel wird Ernst, keiner weiß mehr, wer Jäger, wer Gejagter ist. Mehr weiß ich auch nicht. Besorg es dir und sag mal, wie es war", sagt mein Kumpel, durch das Berliner Fenster in der U-Bahn informiert.

Bei dem Buch handelt es sich um "Die 7. Stunde" von Elisabeth Herrmann. Ein LARP-Krimi. Natürlich habe ich es mir gekauft, als Krimi-Fan und Rollenspielerin. Aber, oh Schreck... Fangen wir mal mit dem Wichtigsten an.

"Man kann nicht über Live Acting Role Play schreiben, ohne es jemals selbst ausprobiert zu haben", schreibt die Autorin in der Danksagung. Sie scheint es jedoch auch nicht zu können, obwohl sie LARP nach eigenen Angaben ausprobiert hat. Ich habe beim LARP noch nie jemanden würfeln gesehen (es sei denn beim Saufen in der Taverne) und schon gar nicht mit einem 36-seitigen Würfel. Hermann sagt zwar explizit nie, dass beim LARP gewürfelt wird, aber was hat dann der besagte Würfel in der Szene verloren? Fragen über Fragen...

Aber Frau Herrmann scheint den Unterschied zwischen Pen-&-Paper-Rollenspiel und LARP sowieso nicht ganz verstanden zu haben. Und das mit den Regeln auch nicht so wirklich. Und das ist für einen Krimi, der den Anspruch erhebt, sich um LARP zu drehen, gar nicht gut. Herrmann bemüht wirklich jedes Rollenspiel-Klischee, auch wenn man ihr zu Gute halten muss, dass sie LARPer wenigstens als nette Irre beschreibt.

Auch wenn man Rollenspiele außer Betracht lässt, hat das Buch ziemliche Schwächen. Die Autorin hat Schwierigkeiten, sich ihre Figuren zu merken, ein Mädchen wird zum Beispiel am Anfang als braunhaarig beschrieben, streicht sich aber gegen Ende ständig durch "die blonden Strähnen". Die Zeitabfolge und die Daten sind teilweise schlichtweg falsch, die Szene in Prolog kann gar nicht am angegebenen Tag stattgefunden haben, weil die Hauptfigur da seit ungefähr einem Jahr tot ist. Der Ermittler ist nicht fähig, der Polizei gegenüber das Wort "Rollenspiel" zu verwenden und spricht statt dessen lieber ernsthaft von "schwarzen Königinnen" und "Vampiren", natürlich mit dem Ergebnis, dass er für verrückt gehalten wird. Aber sonst wäre das Buch ja viel zu schnell zu Ende und die Autorin käme nicht auf die erforderliche Seitenanzahl.

Sowieso wirkt das ganze Rollenspiel-Thema aufgesetzt und eher dazu gedacht, ältere Hausfrauen ein bisschen zu schocken.

Na ja, gut. Wer sich mit Rollenspiel auskennt und ein bisschen was zum Lachen haben will, soll sich das Buch kaufen. Wenn man keine Erwartungen hat, ist es durchaus amüsant.

P.S. Es heißt übrigens Live Action Role Playing und Pen-&-Paper-Rollenspiel.

Posted in  | Tags , , , , ,  | no comments